Berliner Stammtisch für inklusives Wohnen

Hier treffen sich an inklusivem Wohnen Interessierte: Eltern junger Erwachsener, Angehörige, potentielle Mitbewohner und Träger. Einfach alle, die das gemeinsame Leben von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung in Berlin verwirklichen wollen.
Wir treffen uns jeden zweiten Donnerstag des Monats an wechselnden Orten.(Neulinge melden sich bitte an: info@stammtisch-wohnen.de)

In Zeiten von Corona wird gezoomt. Wir freuen uns auf unser nächstes Treffen am Donnerstag, den 11. Juni um 18 Uhr 30. Schreibt uns und Ihr bekommt eine Einladung zu dem Treffen, wir freuen uns auf ein Wiedersehen!


Wie kommt eine inklusive WG in Zeiten von Corona klar?

Die aktuelle Situation eigentlich der Super-GAU: Der Sohn oder die Tochter lebt in einer WG, die jungen Leute dürfen nicht arbeiten, überall ist das Virus und wir Eltern haben keinen Einfluss auf den Alltag. Kann man sich darauf verlassen, dass das gut geht? Die inklusive WG am Eck in Gießen besteht seit gut anderthalb Jahren. Hier wohnen aktuell 4 Menschen mit Unterstützungsbedarf und 5 ohne.

Wie ist der Blick der Eltern der Bewohner*innen mit Unterstützungsbedarf auf die WG in dieser Zeit? Katja hat mit Reiner und Mechthild Brandbeck gesprochen, den Eltern von Christopher. Sie erzählen nicht nur vom inklusiven Leben zur Corona-Zeit, sondern auch vom Entstehen der WG.

Wie erlebt Ihr als Eltern die Corona-Zeit?

Inzwischen sind die Maßnahmen nicht mehr so strikt. Ganz am Anfang hat die WG sich selbst strenge Regeln auferlegt mit regelmäßigem Händewaschen, Desinfizieren und reduziertem Körperkontakt. Kaum jemand hatte noch Umgang außerhalb der WG. Dennoch gab es die ganze Zeit über für uns als Eltern die Möglichkeit, unsere Kinder zu sehen. Das haben wir nicht über die Maßen ausgenutzt – wir waren selten und kurz in der WG, aber Christopher war über Ostern zuhause bei uns.

Eine inklusive WG ist eben ein privater, ambulant unterstützter Haushalt und damit anders organisiert als eine stationäre Wohneinheit, wo die Bewohner*innen noch einmal anders abgeschottet von der Außenwelt waren. Eine gute Bekannte hat uns erzählt, wie schwierig es für alle Beteiligten ist, wenn Menschen mit Unterstützungsbedarf in Wohnheimen mit Kontaktverbot wie in Altenheimen leben müssen. Wir waren sehr froh darüber, dass uns das nicht so ging!

Es war von vornherein klar, dass Christopher in der Corona-Zeit in der WG bleibt. Er wollte das so, wir wollten das so und die WG auch. Aber er kann jederzeit zurück zu uns nach Hause kommen, wenn nötig. Das zu wissen, ist für alle gut. Aber zugleich machen wir als Eltern auch deutlich, dass wir der WG-Leitung und den Mitbewohner*innen vertrauen.

Das ist ja nicht nur in der Corona-Zeit wichtig, oder?

Genau. Es ist für Eltern ganz wichtig, die eigenen Kinder loszulassen. Christopher war 24, als er Pfingsten vor 2 Jahren einzog. Da hatte er die Schule beendet und einen Arbeitsplatz gefunden. Für ihn hat sich mit dem Einzug in die WG eine neue Welt aufgetan: Er ist mit Gleichaltrigen zusammen und viel selbständiger geworden.

Christopher will nicht mehr zurück. Wenn wir ihn mal bei uns haben wollen, müssen wir ihn mit seinem Lieblingsessen locken. Oder sein Bruder aus Berlin kommt zu Besuch.

Aber Loslassen ist etwas, das man erst mal lernen muss als Eltern. Auch in dieser WG lauern die drei Gefahren, die Eltern meistens sehen: Zu viele Süßigkeiten, zu wenig Bewegung und zu wenig Schlaf im Zusammenhang mit zu viel Handy. Aber wir haben mit Frauke und Silke zwei engagierte WG-Leiterinnen, die das mit dem „WG-Plenum“ nicht durch Verbote, sondern durch Motivation zu regeln versuchen.

Könntet Ihr Euch vorstellen, dass Ihr als Eltern die WG organisiert?

Nein. Bei unseren anderen Söhnen kämen wir erst gar nicht auf so eine Idee. Das passt zum Thema Loslassen. Wir als Eltern haben die Idee für die WG gehabt und die Initiative dazu ergriffen, aber schon bald mit der Lebenshilfe Gießen zusammen gearbeitet.

Christopher als „Alltagsbegleiter am Eck“: Hier hat er sich selbst einige hauswirtschaftliche Aufgaben der WG gegeben – er vermisst seine Arbeit und freut sich, wenn er zuhause zu tun hat!

Wie ist die WG entstanden?

Wir haben uns als Elterngruppe aus inklusiven Zusammenhängen gefunden – Kindergarten, Sophie-Scholl-Schule. Zunächst trafen wir uns alle 4-6 Wochen privat und überlegten, wie wir und unsere Kinder uns das zukünftige Wohnen vorstellten. Es entstand ein Prozess, in dem wir uns mit inklusiven Wohnmodellen in anderen Städten beschäftigten. Wir besuchten sogar die WG in Saarbrücken und bekamen Besuch von der WG aus München mit Tobias Polsfuß von Wohn:sinn. Christopher war gleich total begeistert! Unterdessen trafen wir uns häufiger und auch schon mit der Bereichsleitung Wohnen der Lebenshilfe. Zugleich haben wir in der Elterngruppe überlegt, wie man an geeigneten Wohnraum herankommt. Wir sind schlichtweg unsere Kontakte durchgegangen und mit offenen Augen und Ohren und Verstand durch die Stadt gegangen. Schließlich kamen wir mit einem Bauträger ins Gespräch, der in einem seiner Bauvorhaben noch Platz hatte. Nachdem kurz vom Verkauf der Wohnung an uns Eltern die Rede war, ergab sich glücklicherweise der Kontakt zu zwei Investoren. Diese kauften die Wohnung und vermieteten sie an die Lebenshilfe als Träger der WG mit den Wohnenden zur Untermiete. Wir wollten, dass die Kinder und zukünftigen WGMitglieder unabhängig sind von uns Eltern – Loslassen eben. Beim Folgenden nahmen wir Eltern uns dann ganz heraus.

Auch die jungen Leute sahen sich regelmäßig und die Lebenshilfe organisierte außerdem vorbereitende WG-Wochenenden. Einige Zeit vor dem Einzug ging es dann los mit dem „WG-Casting“ für die weiteren WGMitglieder ohne Unterstützungsbedarf. Auch mit denen gab es anschließend Treffen zum besseren Kennenlernen.

Diese ganze vorbereitende Planung wäre weitaus komplizierter gewesen, wenn wir Eltern das ohne einen Träger hätten stemmen müssen. Ebenso die Klärung der Kostenübernahme, sowie der ganze tägliche Klein- und Großkram der WG – wir hätten dazu nicht die Kompetenz gehabt und auch die Mühen gescheut. Das Konzept  dazu mit den Eckpunkten, die uns wichtig waren, hatten wir in der Anfangszeit gemeinsam mit den Verantwortlichen der Lebenshilfe erarbeitet. Es wird so umgesetzt, wie wir uns das gewünscht haben.

Silbertablett zum selbst tragen

Der letzte Stammtisch fand am 13. Februar im inklusiven Haus des Pfefferwerk statt. Viel zu lang her, dank Corona! Also haben wir am 7. Mai  gezoomt und festgestellt: Das geht gut! Am 11. Juni werden wir uns wieder um 18 Uhr 30 auf dem Bildschirm treffen.

Was gibt es Neues?

Julia und Katja erzählten von einem Baugrundstück in Wedding nahe Seestraße. Dort gibt es die Möglichkeit, in einem zukünftigen Haus ein bis zwei Etagen zu bauen und anschließend nach unseren Wünschen zu gestalten. Eine Chance – die man so nur selten geboten bekommt!

Aber ganz so auf dem Silbertablett serviert wird diese Chance doch nicht: Es muss für diese Etagen noch ein Investor gefunden werden bei geschätzten Baukosten von 3000-3500,- EUR pro Quadratmeter, hochgerechnet auf 140 Quadratmeter Wohnfläche pro Stockwerk.  Wer von Euch Stammtischler*innen ist interessiert? Die Super-Stadtlage mit nahem Volkspark Rehberge und die Gestaltungsfreiheit sind echte Pluspunkte. Für mehr Infos schreibt an den Stammtisch.

Viola berichtete von einem Gespräch mit der Leiterin der inklusiven WG in Dresden.

Unser Teilnehmer Uwe Spitta möchte ein größeres inklusives Wohnprojekt in Berlin gründen, auch für seine 39-jährige Tochter. Sie wohnt noch zuhause. Ein größeres inklusives Wohnprojekt: Das könnten zum Beispiel 2 Wohngemeinschaften in einem Haus sein, in denen jeweils 5 Menschen mit und 4 ohne Behinderung im gleichen Haushalt zusammen wohnen:

-Jüngere und ältere erwachsene Menschen mit Behinderung, auch mit hohem Hilfebedarf, ohne Befristung, sowie Menschen ohne Behinderung, beispielsweise Studenten oder Auszubildende, nach dem Modell „Wohnen für Hilfe“

Wer interessiert ist, schreibt eine Mail an: uwe.spitta@arcor.de oder ruft ihn an unter: 0163 1530404

Wie geht es weiter in der inklusiven WG während der Corona-Zeit?

Die aktuelle Situation ist der Super-GAU: Der Sohn oder die Tochter lebt in einer WG, überall ist das Virus und wir Eltern haben keinen Einfluss auf den Alltag.  Kann man sich darauf verlassen, dass das gut geht? Teil 2 einer kleinen Reihe.

Für den letzten Blogbeitrag sprach Katja Sengelmann mit Gerrit Gaidosch aus der inklusiven WG der Lebenshilfe in Gießen. Die WG besteht seit gut anderthalb Jahren. Hier wohnen aktuell 4 Menschen mit Unterstützungsbedarf und 5 ohne.

Eine Woche später gibt es eine Zoom-Konferenz mit den WG-BewohnerInnen. Am Küchentisch in Gießen sitzen Sorel, Oona, Fabian, Gerrit und Philipp und Christopher – ein großer Teil der WG. WG Leiterin Frauke Koch kommt gelegentlich hinzu. Das Gespräch am Bildschirm finden alle spannend und es wird viel gelacht. Es ist nicht ganz einfach, mit 6-7 Menschen zugleich zu reden. Die Sprechenden sind manchmal schwer zu hören und die Übertragung schlecht. Deshalb werden die Antworten im Folgenden zusammengefasst.

Es sieht so aus als würde es Euch gut gehen! Ihr seid viel mehr zuhause, weil die Werkstätten, inklusive Außenarbeitsplätze und Universitäten geschlossen haben. Wofür habt Ihr jetzt Zeit?

Christopher puzzelt gemeinsam mit einer Mitbewohnerin n einem großen Puzzle, außerdem hat er die WG – Dienstpläne jetzt noch mehr im Blick als zuvor. Sorel hat viel an der Uni zu tun und Zeit, sich dem gründlich zu widmen. Oona studiert ebenfalls, freut sich aber darüber, jetzt ihr Zimmer auszumisten, Sport zu machen und mit Fabian seinen neuen Powerlink auszuprobieren. Der Powerlink ist ein kompaktes, tellergroßes Gerät, mit dem sich zwei elektrische Geräte an- und ausschalten lassen. Zum Beispiel ein Radio oder eine Küchenmaschine. Im Alltag hat Fabian in seinem Rolli gar nicht so viel Zeit, ihn im Haushalt zu benutzen. Jetzt kann er es gründlich testen. Gerrit arbeitet konzentrierter als sonst an seiner Masterarbeit und Philipp hat mehr Zeit zum Malen und Kochen.

Verbringt Ihr als WG mehr Zeit miteinander?

Am Vormittag machen die meisten ihr eigenes Ding und sind für sich. Für die MitbewohnerInnen mit Unterstützungsbedarf ist der Dienstplan so organisiert, dass die nebenamtlichen Kräfte schon am Morgen kommen. Außerdem verabreden sich die Mitbewohner*innen mit Unterstützungsbedarf  mit einzelnen nebenamtlichen Kräften zum spazieren gehen usw. Auch die pädagogischen Fachkräfte (WG-Leiterin Frauke Koch und ihre Kollegin) sind regelmäßig da. Gegen Nachmittag wird der große Raum mit Küche und Lümmelecke belebter. Zum Abend hin versammeln sich jetzt zur Coronazeit oft einige Menschen um den Tisch und spielen und essen. Manchmal gibt es anschließend noch einen Film. Die WG ist gerade mitten in einem Harry Potter Marathon.  Außer den Betreuenden und dem Pflegedienst kommt kein Besuch mehr.

Wie geht Ihr mit Corona um?

In der WG wird bewusst nicht so viel über das Virus geredet. Bevor aber die Beschränkungen in Kraft getreten sind, gab es noch zwei sogenannte kleine Plena, in denen alle auf die kommende Zeit vorbereitet wurden. Im kleinen Plenum für die MitbewohnerInnen mit Unterstützungsbedarf wurde über das Corona-Virus, die damit einhergehenden wichtigen Hygieneregeln und das, was auf alle zukommen kann, gesprochen. Im kleinen Plenum für die MitbewohnerInnen ohne Unterstützungsbedarf wurde thematisiert, welche Maßnahmen ergriffen werden und wie die Unterstützungsleistungen in der WG organisiert werden können.

Oona, Sorel und Gerrit sind sich einig, dass sie sich nicht irre machen lassen wollen. Sie informieren sich nur über das Nötigste. Viel wichtiger finden sie es, sich gegenseitig ans Händewaschen zu erinnern. Und noch ist keiner genervt davon. Statt sich ständig zu umarmen, tauschen Gerrit und Christopher jetzt den Ellenbogengruß aus. Berührungen sind und bleiben wichtig und es wird sie weiter in der WG geben.

Für die WG-Leiterin Frauke Koch ist es Pflicht, sich über das Virus und die damit einhergehenden Maßnahmen zu informieren. Bis jetzt gab es noch keinen Corona-bedingten Ausfall in der Betreuung. Überhaupt funktioniert die Betreuung gut, weil alle flexibel und motiviert sind und sich der neuen Situation anpassen. Andernorts helfen z.B. die Mitarbeitenden von Werkstätten in Wohneinrichtungen, wo an den Vormittagen nun mehr Betreuungsbedarf ist.

Vermisst Ihr Eure Arbeit?

Fabian vermisst zwar seine Arbeit und hält Kontakt mit einem seiner Kollegen. Gleichzeitig findet er es „super“, gerade so viel Zeit in der WG zu haben. Philipp findet es ok, dem Biohof eine Weile lang fern zu bleiben. Allerdings fehlt ihm die Arbeit dort. Christopher als Alltagsbegleiter in einem Seniorenheim kommt ebenfalls gut damit klar, ein paar Wochen lang keine Senioren zu begleiten. Doch er vermisst sie und ruft ab und zu auf der Arbeit an und erkundigt sich, ob es allen gut geht.

Geht Ihr viel raus?

Die Wohnung liegt in einem Neubaugebiet von Gießen, aber es gibt einen Wald in der Nähe und den Klingelbach, an dem entlang man gut spazieren kann. Fabian wird regelmäßig zur Physiotherapie gebracht und dreht außerdem mit seinem E-Rolli Runden im Wohnquartier. Philipp hat mit einer nebenamtlichen Kraft vor kurzem Gartenarbeit verrichtet. Noch etwas ist neu: Weil Philipps Schwimmkurs ausfällt und Christopher nicht mehr Fußball spielen kann, fehlt der Sport. Gleichzeitig sind die Straßen von Gießen leerer als sonst – die WG fährt Fahrrad! Das funktioniert viel besser als sonst und alle sind begeistert.

Außerdem startet jetzt die Terrassen-Saison. Oona hat dort gerade Yoga gemacht und Philipp freut sich schon aufs Grillen.

Es ist toll zu sehen und zu hören, wie gut die Stimmung auch in der dritten Woche der verstärkten Corona-Regeln ist. Vielleicht schweißt das Virus die MitbewohnerInnen sogar noch enger zusammen!

Wie kommt eine inklusive WG in der Corona-Krise klar?

Die aktuelle Situation ist der Super-GAU: Der Sohn oder die Tochter lebt in einer WG, überall ist das Virus und wir Eltern haben keinen Einfluss auf den Alltag.  Kann man sich darauf verlassen, dass das gut geht?

Katja Sengelmann vom Stammtisch hat mit Gerrit Gaidosch aus der inklusiven WG in Gießen gesprochen. Die WG besteht seit gut anderthalb Jahren. Hier wohnen aktuell 4  Menschen mit Unterstützungsbedarf und 5 ohne.

Gerrit,  wie ist die Situation in der WG?

Seit fast zwei Wochen sind alle zuhause: Wir Studierenden gehen nicht zur Uni und die anderen nicht zur Arbeit. Es kommen aber von außen noch Pflegekräfte für einen Mitbewohner mit E-Rolli und auch die haupt- und nebenamtlichen Unterstützenden sind regelmäßig da. Dass ein Zimmer frei ist, erleichtert die Situation. Das WG-Casting für einen neuen Mitbewohner oder Mitbewohnerin mit Unterstützungsbedarf haben wir erstmal verschoben.

Die Menschen mit Unterstützungsbedarf arbeiten nicht mehr und sind den ganzen Tag zuhause. Wie schafft Ihr die Betreuung?

Wir wollen alles möglichst in den gewohnten Strukturen lassen. Das ist besonders für die Mitbewohner*innen mit Unterstützungsbedarf wichtig, damit sie sich trotz der ungewohnten Situation etwas orientieren können und eine gewisse Normalität herrscht. Zum Beispiel startet der Morgendienst für uns MitbewohnerInnen erst um 7 statt um 6 und endet erst um 9 Uhr anstatt 8 Uhr. Dann kommen schon die Fachkräfte und nebenamtlichen Unterstützenden. Meistens sind das Studierende, die im Moment sowieso keine Uni haben, deshalb sind sie flexibel. Für die WG-Leitung ist das eine ganz schöne Puzzelei bei der Dienstplanung, aber bis jetzt geht es. Außerdem haben wir das Glück, dass auch einige Eltern unserer MitbewohnerInnen uns Hilfe angeboten haben.  Sie sind bisher noch nicht so stark durch die Folgen des Virus wie zum Beispiel  Kurzarbeit oder Kündigungen betroffen.  Es ist gut zu wissen, dass sie im Notfall für uns da sind.

Wie setzt Ihr Euch gegen das Virus zur Wehr?

Wir hatten bisher verschiedene Plena, wo uns die Fachkräfte über aktuelle Entwicklungen informiert haben und wir haben uns ausgetauscht, wie wir die folgenden Tage und Wochen organisieren möchten. Diese Plena dürfen aber in nächster Zeit nicht stattfinden aufgrund des Infektionsschutzes, weswegen wir eine separate Messenger -Gruppe mit allen unterstützenden Personen  zum Informationsaustausch eingerichtet haben. Wir arbeiten viel mit Metacom-Symbolen zum Thema Infektionsschutz und erinnern uns gegenseitig daran, zum Beispiel die Hände zu waschen. Mittlerweile gibt es außerdem auch viele Infos über den Virus in leichter Sprache. Wohn:Sinn hat dazu auch ein Video gemacht.

Eines der letzten Zoom-Meetings von Wohn:sinn Mitgliedern

Was macht Ihr, damit Euch die Decke nicht auf den Kopf fällt?

Wir haben viel Gesellschaftsspiele gespielt und gekocht. Neulich gab es zum ersten Mal selbstgemachtes Spaghettieis. Alles, was man sonst so machen kann wie: Kino, Ausflüge, Schwimmen fällt ja jetzt flach. Wir wollen jetzt Liegengebliebenes erledigen: Zum Beispiel endlich mal Bilder an die Wände hängen…. Bestimmt nutzen wir bei schönem Wetter auch unsere riesige Terrasse, die wir ganz nebenbei auch wieder für den Sommer schön machen.

Bis jetzt fällt uns die Decke nicht auf den Kopf. Aber wer weiß, wie es in drei Wochen aussieht. Es kann auch sein, dass einzelne Mitbewohner*innen noch zu ihren Eltern fahren, da es bei uns schwer ist, den Alltag ohne externe Menschen, die nicht in der WG wohnen, zu stemmen. Tobias Polsfuß von Wohn:Sinn hatte die Idee, dass die inklusiven WGs deutschlandweit sich per Video – Konferenzschaltung zusammentun. Da kann man bestimmt gute Tipps austauschen und etwas gegen den WG-Koller tun.

Bleibt zuhause, haltet Abstand, wenn Ihr draußen seid, und wascht Euch die Hände. Gute Gesundheit!

-> Wohnsinn